Samsas Traum: Tineoidea Oder: Die Folgen Einer Nacht – Eine Gothic-oper In Blut-moll Lyrics
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1. Die Hoffnung Stirbt Zuletzt - Am Anfang Stirbt Der Glaube
[Der Chor der toten Namen:]
Gram und Stolz und Zuversicht:
Wie bitter doch die Liebe ist!
Sie gibt dem, der den Tag vermisst
Nur was der Seele Nacht verspricht!
[Nachrichtensprecher:]
In den fruhern Morgenstunden sind heute wieder mehrere Sauglinge leblos in ihren Wiegen aufgefunden worden.
Damit steigt die Zahl der ratselhaften Todesfalle innerhalb dieser Woche auf 78 an.
Die Ereignisse losten landesweit eine Welle der Anteilnahme und zugleich Verunsicherung aus.
Nach Aussagen von Arzten hat es eine Ballung des „plotzlichen Kindstodes“ in derartigem Ausmaß in der Geschichte der Republik noch nicht gegeben.
[Opfer:]
Es war in der Nacht so still gewesen... und dann lag sie einfach da, die Augen offen, mit diesem schrecklichen Lacheln auf den.. es war so grauenhaft!
[Der Chor der toten Namen:]
Damals, morgen, jetzt:
Keine Macht kann großer sein
Als die des Schicksals, der Bestimmung,
Willst du nun daran glauben?
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
Das Leben fugt sich nahtlos ein,
Im Kreislauf der Erinnerung
Erstrahlen trock’ne Augen!
Wie weit muss ein Weg sein,
Damit all die Schritte sind vertran?
Der Chor der toten Namen hindert
Nicht einmal im Traume ihn daran!
[Samuel:]
Ich liebe Dich.
[Lilith:]
Fur immer?
[Samuel:]
Fur immer.
[Lilith:]
Pssst...sag’ das nicht.
[Samuel:]
Warum nicht?
[Lilith:]
Weil du es nicht weißt.
[Samuel:]
Doch...Gott hat es mir verraten.
[Lilith:]
Was war das?
[Samuel:]
Das sind sie...
[Lilith:]
Wer?
[Samuel:]
Zieh’ Dich an, wir mussen weg von hier!
[Lilith:]
Samuel!
[Samuel:]
Lauf!
[Ein Offizier der Martyrer-Brigaden:]
Nehmen Sie die Hande uber den Kopf und stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand!
[Der Chor der toten Namen:]
Nichts war je genug,
Und nichts wird so wie fruher sein!
Die Hoffnung stirbt zuletzt,
Doch vor ihr stirbt aller Glaube!
Wir atmen Zug um Zug
Den fernen Tag der Rache ein:
Die Sonne, die die Schatten hetzt
Wird uns das Letzte rauben!
[Samuel:]
Wie laut muss das Schweigen sein,
Damit das Flehen wird erhort?
Wie leise soll ich schreiben,
Damit Dich mein Leben immer noch betort?
* BACK TO TOP *
2. Narrenspiel - Das Letzte Tor Zum Leben
[Samuel:]
Nun geht ein Narr auf seine Reise
Ganz ohne Sinn und auch Verstand
[Lilith:]
Auf ihre eigne Art und Weise
Schreibt der Geschichte flinke Hand
[Samuel:]
Noch kann ich dich und mich um unser Leben laufen sehen
Doch schon im nachsten Augenblick
[Samuel & Lilith:]
Teilt sich der Weg
Zu spat um umzudrehen?
[Der Chor der toten Namen:]
Was bleibt dir wenn Gott mit seinem Finger auf dich zeigt und dir erklart warum die Holle nicht mehr unter sondern in dir ist?
Was bleibt dir wenn du der Mensch bist, der dem Traum die wiederkehr verwehrt weil dieses Leben eines anders Alptraum ist?
Dann bleibt dir nichts
[Samuel:]
Ist wenn der Platz zu deiner rechten kalt bleibt
Nichts ist jedes einzelne sandkorn das da fallt und Narben aufreibt
Nichts ist wenn du universen walzt und sich doch nichts bewegt
Nichts ist Bitterkeit die Bluten in dir tragt
[Maximilian:]
Und darum sieh hinauf in den Himmel tosend schwer
Ziehen wirt dort unsre Kreise, der gefallnen Engel her
Wir wollen nicht dein Leben, auch nicht das des bleichen Madchens
Rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz
Wir wollen nur das ungeborne Kind, Erzeugt aus Feuer und dem Wind
[Samuel:]
Warum ich? Weil ich der bin der ich bin?
[Maximilian:]
Weil du der bist der du nichts bist, der Geschichte ein Gewinn
Weil dein Gang noch immer aufrecht ist
[Samuel:]
Die Ziele ungebrochen?
[Maximilian:]
Weil sie anmutig und schon ist und von tiefstem Herzen rein, so wie ein stern so
klar, ihr wandelt fern des lichts
Am Ende bleibt euch nichts
[Der Chor der toten Namen:]
Was bleibt dir wenn Gott in keinem Nebensatz erwahnt wie lang es dauert bis du auf
dem Grund der Tatsachen aufschlagst
Was bleibt dir wenn das Loch dessen Rachen um dich gahnt die Lippen zuspitzt und
verrat dass du die Welt auf deinen Schultern tragst?
Nichts! Dann bleibt dir nichts
[Die Fee im Fernseher:]
Hey da hey! Hey du bleib stehen! Alles was du siehst ist langst nicht alles was du sehen kannst
Wenn du nur deine Zweifel bannst versperrt dir nichts die Sicht
[Samuel:]
Du lebst in einer Spiegelwelt?
Die Fee im Fernseher:
Sie sind dir auf den Fersen dicht, beruhr bevor das Silber bricht das glas auf das der Vorhang fallt
[Samuel:]
Die Fee im Fernsehen spricht zu mir
Zerschlagt mein Hadern und im Nu teilt meine dunne Knochenhand das bunte Licht zur
Schneise
[Die Fee im Fernseher:]
Bist du ein Narr geh auf die Reise
Vergiss den sinn und den Verstand
Und hast du Ohren, horst du zu?
Ich kenn den Weg zuruck zu ihr, denn all das Leid habe ich nur durch dich gefuhlt
Und all die Liebe war vergebens als hatt das Meer sie weggespuhlt
Sei dein Traum, bricht auch die nacht auf dich herein
Ich schwore dir, Zeit meines Lebens werde ich stets dein schatten sein
[Erzahler:]
An einem ganz normalen Morgen, fernab aller Uhren radchen
Verspricht auf einem Bildschirm die Stimme eines Madchens:
[Die Fee im Fernseher:]
Siehst du eine Pfutze, springst du besser hinein
Denn diese Pfutze kann das letzte Tor zum Leben sein
[Der Chor der toten Namen:]
Nun geht ein Narr auf seine Reise
Ganz ohne Sinn und auch Verstand
Auf ihre eigne Art und Weise schreibt der Geschichte flinke Hand
Nun geht ein Narr auf seine Reise
Vergisst den Sinn und den Verstand
Auf seine eigne Art und Weise geht dieser Narr durch eine Wand
* BACK TO TOP *
3. Ein Foetus Wie Du - Komm Auf Mein Begrabnis, Baby
Mein Herz auf 180 Stundenkilogramme Speed,
Ein Puls der seinesgleichen sucht
Und Blut, das vor den Adern flieht:
Ich wunscht' ich war' im Wunderland,
Mit 'ner dicken Wumme in der Hand,
Und Alice lutschte meinen Schwanz:
Komm', schluck' es, Baby, schluck' es,
Und dann tanz'!
Warum ist jede Gore immer eines Andern Frau?
Warum wandert man fur einen Mord so lange in den Bau?
Warum sind die Tage ode und die Nachte viel zu kurz?
Warum kommt der Aufprall immer 17 Stunden vor dem Absturz?
Lebte der Marquis Philosophie im Boudoir?
Quelqu'un t'a cuit un gateau, mince alors, vas-y le voir!
Und warum darf man immer nur die Arschlochkarte zieh'n?
Hey, hey, Rasputin, leader of the russian queen!
Ich treff' Dich in Polen, Baby,
Tief unter der Erde, maybe,
Heute ist der elfte September.
Ich treff' Dich in Polen, maybe,
Komm' auf mein Begrabnis, Baby,
Heute ist der elfte September 2002.
Jetzt ist Schluß mit Kaspermucke,
Der Krachmann sitzt in meinem Ohr.
I have got one regret, that
I have not killed you yet!
Baby, laß' mich Dein Fotus sein
Und mach' es mir im Teufelskreis:
Without Thirwell's music,
I would kill you twice!
Mit wievielen Frauen betrug Sarte die Beauvoir?
Ist was in der Offenbarung steht erlogen oder wahr?
Mochte Lewis Carrol Kinder oder war er padophil?
Und wann finde ich den Groschen, der vpr 2 Jahrzehnten fiel?
Hatte Baader einen Vollbart, leckte seine Gudrun Mosen?
Wuchsen in Baudelaires Garten wirklich die Blumen des Bosen?
Und wann darf ich auf Bahngleisen endlich unter einem Bullen knie'n?
Hey, hey, Rasputin, leader of the russian queen!
Ich treff' Dich in Polen, maybe,
Tanz' auf meinem Grabstein, Baby,
Heute ist der elfte September.
Ich treff' Dich in Polen, maybe,
Komm' auf mein Begrabnis, Baby,
Heute ist der elfte September 2002.
Und ich weiß ganz genau, daß ich Dich eines Tages wiedersehen werde.
Ich werde Dich in Polen treffen.
Du wirst af mein Begrabnis kommen, und dann...
... dann wirst Du auf meinem Grabstein tanzen, oh ja...
... dann wirst Du auf meinem Grabstein tanzen.
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4. Uber Der Erde - Dies Ist Feigheit
[Lilith:]
Vor mir steht der Engel,
Dessen Finger meine Stirn beruhrte.
[Aleksandar:]
Der,der Dir das Wissen um das
Nahm,aus dem du kamst.
[Lilith:]
Der,der aus dem Ather
Mich hinaus in diese Kalte fuhrte;
Mich in einen Korper schloß...
[Aleksandar:]
Mit Augen,tauschend zahm
[Lilith:]
Mehr als einmal merkte ich,
Dass mich der Engel Blicke streiften.
Oftmals stand mein Atem still,
Ob deines Hauchs Beruhrung...
[Aleksandar:]
Der Kuss auf deinem Herzen,
gab der Leidenschaft die Fuhrung.
[Lilith:]
In die unsichtbaren Hande einer
Unbekannten Macht
[Aleksandar:]
Ich bin dir erschienen,um
den Pfad fur Dich zu zweigen,
Der sich schmaler vor dir windet
Seit dein Leib der Erde droht.
[Lilith:]
Du wirst mir die Wahrheit zeigen,
Dass mehr Tod in mir als Leben
Mich an aller Zukunft bindet.
[Aleksandar:]
Dass dein Mund das Wort verkundet.
[Der Chor der toten Namen:]
Gottes große Gute
Zerstort mit ganzer Pracht
Und Herrlichkeit,
Denn alles,alles Leben
War nicht fur Menschenhand erdacht.
Dort ins Feuer gleitet Eden.
Nimmt sich alles,verzehrt jeden.
[Aleksandar:]
Unter den Wogen
Vom tiefsten Punkt
Der Gezeiten,
Des Meeresgrundes,
Hinauf zur Sonne,
Von ihr ein Stuck
Tiefer in das All
Und dann zuruck.
[Lilith:]
Welchen Entschluss
Willst du von mir erzwingen?
Welche Entscheidung erringen?
[Aleksandar:]
Siehe: Dies ist Schonheit
Wisse: Schonheit lebt von Liebe
Davon dass man sie betrachtet
Und mit Silbertranen streichelt,
Ihr mit Kinderzungen schmeichelt
Und sie wie das eig'ne Leben achtet.
Lenke Deiner Angste Hiebe
Nicht auf seine Torheit.
[Der Chor der toten Namen:]
Du bist die,die Du bei aller
Liebe niemals hattest sein soll'n.
Du bist die,durch die die
Hoffnung stirbt.
[Aleksandar:]
Siehe: Dies ist Feigheit
Wisse: Feigheit wird durch Angst genahrt,
Durch Augen,die vor Wahrheit flieh'n
Und Tranen,die nach innen fließen,
Niemandem den Raum mehr ließen,
In dein Leben einzuzieh'n,
Denn wer sich selbst den Rucken kehrt
Saht Tod in sich und Einsamkeit.
Tragst Du diesen einen,
Tragst Du alle nun zu Grabe.
[Lilith:]
Ich verleugne meine Herkunft,
Ich entsage meiner Gabe,
Und ich will,dass Du den Alptraum in mir
Ein fur alle Male stillst;
Lass' mich fallen.
[Aleksandar:]
Wie du willst.
[Der Chor der toten Namen:]
Gottes große Gute
Zerstort mit ganzer Pracht
Und Herrlichkeit
Denn alle,alle Liebe
War nie fur Menschenkinder gemacht.
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5. Scherben Bringen Gluck - Ab Jetzt Geht Es Um Gott
Wenn ich gehen sollte,
Geh ich einzig wegen Dir, und das
Obwohl Du keine Rolle spielst:
Ab jetzt geht es um Gott.
Konsequentes Handeln
Fuhrt jeden Narren zum Sieg.
Gegen die Gerechtigkeit:
Mein eigener Vernichtungskrieg.
Jedesmal entwaffnet,
Jedesmal vergessen:
Nichts erspart Dir, Dich
An der Gehorsamkeit zu messen,
Denn im letzten Augenblick
Der Wahrheit richten sich
Samtliche Sekunden
Die ich lebte gegen Dich.
Von der Wiege bis zur Bahre: auf die nachsten sieben Jahre?
Den Zenit, die Mitte habe ich langst uberschritten.
Mich kann nichts und niemand retten,
Mich: ein Kind, das nach den Tranen jagt.
Was nur hatte Samuel zu alledem gesagt?
Der Traum ist aus, Estelle.
Nichts bleibt von Dir in mir zuruck.
Der Traum ist aus, Estelle,
Doch Scherben bringen Gluck.
Der Traum ist aus, Ellaine.
Nichts bleibt von der Vision zuruck.
Der Traum ist aus, Ellaine,
Doch Scherben bringen Gluck.
Jeder Tag begann fur
Robinson mit einer Kerbe:
Sechs Milliarden kennen
Deinen Namen wenn ich sterbe.
Von allem was da schneidet
Eigenen Scherben sich am besten,
Ich selbst bin mir kein Hindernis:
Wie lange noch, Kris?
Niemand darf mir glauben, wenn ich lache oder weine,
Niemand darf von Zukunft reden, denn ich sehe wirklich keine,
Nur wenn ich die Augen schließe geh ich jedesmal zu weit:
Es ist nur eine Frage des Momentes und der Zeit.
Und wenn der Morgen graut,
Treibt unsre Asche auf dem Wind.
Ich habe Dein Gesicht,
Du hattest mich vermißt.
Den Teil der Seele, der
Bei Dir von mir geblieben ist,
Den Teil der Seele, den
Behute wie das Licht.
Der Traum ist aus, Estelle.
Nichts bleibt von Dir in mir zuruck.
Der Traum ist aus, Estelle,
Doch Scherben sind mein Gluck.
Der Traum ist aus, Ellaine.
Nichts bleibt von der Vision zuruck.
Der Traum ist aus, Ellaine,
Doch Scherben sind mein Gluck.
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6. In Der Kirche Des Todestrips - Die Horrorhochzeit
[Baltasar:]
Ich habe Dich am Fluss gefunden
Und hatte das Alleinsein satt:
Ein Zentner Fleisch auf meinen Schultern
Ist auf dem Weg unter die Stadt.
[Das Skelett-Ballett:]
Komm' tritt herein,
Komm' tritt doch ein!
[Lilith:]
Scheusal, lass mich 'runter,
Lass mich geh'n!
[Das Skelett-Ballett:]
Komm' tritt herein,
Komm' tritt doch ein!
[Baltasar:]
Heute Nacht wirst Du
Vor'm Altar steh'n!
[Lilith:]
Wo Gedanken sich zum Spuk im Kreise drehen,
Wo Skelette tanzen, alle Uhren rueckwaerts gehen,
Tote Kinder eingekochte Wanzen essen,
Wo gemahl'ne Zaehne in Stundenglaesern Traeume messen...
[Baltasar:]
Willkommen in der Kirche,
In der Kirche des Todestrips.
[Das Skelett-Ballett:]
Tritt her-,
Tritt her-,
Tritt herein.
[Lilith:]
Auf einem Beichtstuhl festgebunden,
In ein Brautkleid hineingezwaengt:
Sind meine Lenden auch geschunden,
Mich jeder Nerv zum Fluechten draengt!
[Das Skelett-Ballett:]
Lass es doch sein,
Komm', lass es sein.
[Lilith:]
Gluecklich ist die Frau, die Dir entwischt.
[Das Skelett-Ballett:]
Lass es doch sein,
Komm', lass es sein.
[Baltasar:]
Liebes, jetzt wird fuer Dich aufgetischt.
Wo Gespenster mitternaechtlich Hochzeit feiern,
Kleine Greise an Spieluhr'n in ihren offenen Schaedeln leiern,
Fahle Haende Teig aus Rattenhirnen kneten,
Tiefseeungeheuer fremde Hundegottheiten anbeten...
[Lilith:]
Gefangen in der Kirche,
In der Kirche des Todestrips.
[Das Skelett-Ballett:]
Siehe!
Das Tor zur Hoelle tut sich auf!
oeffnet die Saerge, wir bitten zum Tanz,
Wir wollen die Fratzen nicht laenger verbergen,
Denn in von Verwesung befallene Nasen
Steigt tief aus dem Grabe, der modrigen Gruft...
[Die Schwestern des Boesen:]
Der wimmernden Totgeburt schimmliger Duft.
Auf aus Fingern gefertigten Panfloeten blasen
Des Herren der Finsternis listige Schergen:
"Das Kaetzchen soll schreien, schneid' ab ihren Schwanz"!
[Das Skelett-Ballett:]
Rasselt die Knochen, nehmt Christus das Kreuz ab,
Lasst Asseln und Quallen von der Kanzel regnen,
Ruehrt in Euren Trommeln ein eklig' Gebraeu!
Sie strecken die Fuesschen um den Mutterkuchen
Verzweifelt im alten Taufbecken zu suchen!
[Die Schwestern des Boesen:]
Wo ist uns're Mutter, die haesslich und scheu
Uns Tausende Male im Alptraum begegnet?
Muetterchen, Muetterchen, steige herab!
Muetterchen, Muetterchen, steige herab
Und lege Dich zu uns ins eisige Grab,
Wir missen doch Deine Grimasse so sehr,
Muetterchen, Muetterchen, stirb einmal mehr!
Muetterchen, Muetterchen, steige herab
Und hole uns mit Deinen ledrigen Haenden
Zurueck in den stinkenden Schutz Deiner Lenden,
Stirb fuer uns noch einmal mehr...
[Erzahler:]
Zwischen goldbraun gebrat'nen Schweinekoepfchen
Und mit Honig flambierten Puppenknoepfchen
Wurde im meeresschaumgleichen Opferkerzenlicht
Ein Messerchen mit aufgetischt,
Und dreimal duerft ihr raten:
Es steckte in einem Ziegenbock.
Mit flinken Fingern, heimlich,
Verbarg's Lilith unter ihrem Rock!
[Lilith:]
Ich hack' Deinen Kopf ab,
Dreh' das Messer
Einmal, zweimal, dreimal!
Ich hack' Deinen Kopf ab,
Dreh' das Messer
Viermal, fuenfmal, sechsmal!
[Erzahler:]
In einem unbaendigen Funkenregen
Aus gegorenem Blut
Bekaempfte Baltasar wie ein Mann
Die in sich schwelende Todesglut
Vor dem Antlitz des Geschoepfes,
Das einst Mondenstrahlen glich.
[Lilith:]
Du weisst vieles ueber Menschen,
Doch Du weisst nichts ueber mich.
[Erzahler:]
Und seine allerletzten Worte,
Die ihm den allerallerletzten
Atem raubten, waren:
[Baltasar:]
ueber Dich wusste ich alles,
Doch ich wollte es nicht glauben!
[Der Chor der toten Namen:]
Nun ist es vollbracht,
Sie hat sich als des Teufels Konkubine offenbart.
Sie, die die nie mehr lacht,
Hat ihr Schreckensreich auf Erden
Hiermit aufgebaut:
Lilith ist es, sie ist Satans Braut.
[Lilith:]
Entkommen aus der Kirche,
Aus der Kirche des Todestrips.
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7. F.m.n.f. - Nikotin Und Meskalin
Ich kann die alte Mutter Tod noch auf mir reiten sehn, meine Brust sie schmeckt nach Nikotin.
Du hast den Wolf gesaugt und er, er hat dein Blut geleckt.
Dieser Fick war pures Meskalin.
Zwischen meinen Beinen tobt ein Ki-Ka-Concentration-Camp.
Wer mir ihren Kopf bringt, der bekommt meine Seele geschenkt.
Du sprichst von Ehrlichkeit und meinst mit "ehrlich": "LUGE!".
Schnipp-schnapp, ich schneide dir die Zunge ab.
Komm her und fick mich, fick mich, fick mich, tritt mich noch fester.
Unzahlige Male habe ich in dich hineingespuckt, ich liebe dich, du bist an mir erstickt.
Ich seh noch deine Lider, deine Schenkel, wie dein Becken zuckt,
seinesgleichen weiß am besten, wie man seinesgleichen fickt.
Zwischen meinen Beinen tobt ein Ki-Ka-Concentration-Camp.
Wer mir ihren Kopf bringt, der bekommt meine Seele geschenkt.
Du sprichst von Ehrlichkeit und meinst mit "ehrlich": "LUGE!".
Schnipp-schnapp, ich schneide dir die Zunge ab.
Komm her und fick mich, fick mich, fick mich, tritt mich noch fester.
Eine gegen Einen, Trostpreise fur mich.
Ich kann noch deine Lippen riechen,
Das hier ist fur dich.
Zwischen meinen Beinen tobt ein Ki-Ka-Concentration-Camp.
Wer mir ihren Kopf bringt, der bekommt meine Seele geschenkt.
Du sprichst von Ehrlichkeit und meinst mit "ehrlich": "LUGE!".
Schnipp-schnapp, ich schneide dir die Zunge ab.
Komm her und fick mich, fick mich, fick mich, fick mich noch fester. Traum
Zwischen meinen Beinen steht ein Ki-Ka-Concentration-Camp.
Wer mir deinen Kopf bringt, der bekommt meine Seele geschenkt.
In jedem Atlas steht der Weg zur Internierungstur;
erst dich, dann ziele ich auf mich - ich komm und fick dich, fick dich, fick dich, ich fick dich fester!
* BACK TO TOP *
8. Cafe Koma - Das Grosse Diskoinferno
[Eva:]
Du und ich nicht aus der selben Rippe
soviel steht schon einmal fest
[Gregorius:]
Heute Nacht gibst du ihr was ihr zusteht,
den Rest
[Alistair:]
Du und Sie
ihr seht euch nicht sehr ahnlich
aber mangelhaft irgendwie
[Eva:]
das uns das selbe Feuer innewohnt
das auf dem hochsten Throne trohnt
[Alistair:]
dort hinter der Kirche seh ich schon
zauberhaft wie ein Kometensturm
Lilith die sich durch die Masse zwangt
[Gregorius+Alistair:]
die in einen schwarzen Tempel drangt
In die Disco Cafe Koma,
fluchtet Lilith
und beginnt den Tanz
[Eva:]
Du und ich
uns soll sie nicht entkommen
nachdem Gott sie schon entwich
[Alistair:]
Vater druckte sie stets fester
als die brave Stiefschwester
[Eva:]
Ob ihrs glaubt,
sie rieb ihren Korper vor mir an des Bastards Haut
[Gregorius:]
Eva ist besessen, sie ist von der Eifersucht zerfressen
[Alistair:]
unter all dem schwarzen Trauerflor
ragt kein einziges Gesicht hervor
[Gregorius:]
so weiß geschminkt sehn all die Tanzer aus
wie Frischfleisch aus dem Leichenhaus
[Alistair:]
unter den Gestalten schwarz betucht
man vergeblich nach der Einen sucht
[Gregorius:]
bei dem Discolicht erkennt man nicht
welche dieser Schlampen Lilith ist
[Eva:]
Jungs lasst uns Blei sah'n
[Gregorius:]
du willst den ganzen Laden ummahen?
[Alistair:]
soll das ein Witz sein
[Eva:]
Los gehn wir rein
[Alistair:]
Aber... hey!
[Lilith:]
ich tanze bis die Sonne aufgeht
will mich in ihren ersten Stralen winden
ich tanze bis der Tag erwacht ist
denn durch den Tanz verberg ich mein Gesicht
ich tanze bis zum Morgengrauen
die Welt um mich herum existiert nicht
denn wenn ich mit den Toten tanze
kann man mich in der Schattenwelt nicht finden
[Gregorius+Alistair:]
Wir werden diese Schlampe finden
niemand fuhrt uns beide hinters Licht
von hier kann sie nicht verschwinden
das kleine schwarze Luder entkommt uns nicht
wir werden das kleine Herz
bei lebendigem Leib
mit einer Flut von Schmerz
herausspulen aus dem Weib
[Alistair:]
diese schlechte Musik macht mich ganz nervos
[Gregorius:]
und mich erst
[Eva:]
los da ruber
wir verschanzen uns im Damenklo
[Gregorius:]
ich kann nichts sehn
verdammtes Trockeneis
[Alistair:]
und dieser Patchouliduft
raubt mir die Luft
[Gregorius:]
raumen wir dir Teeniegruft
[Eva:]
also aufgepasst du nimmt den Pulk auf den Emporen
[Gregorius:]
ich freu mich auf die Blutbache
[Alistair:]
und ich saubere die Tanzflache
[Eva:]
und ich knall all die Parchen ab
die sich in der Lounge aussaugen
[Alistair:]
die m 16
[Gregorius:]
meine Pumpgun
[Eva:]
auf mein Zeichen, Achtung und
[Gregorius:]
LOS!
[Der Chor der toten Namen:]
Cafe Koma
Herzen brechen
Kugeln stechen
im großen Discoinferno
Cafe Koma
das Kommando merkte nicht
wie die kleine Lilith sich zur Hinterture davonschlich
Cafe Koma
Herzen brechen
Kugeln stechen
im großen Discoinferno
Cafe Koma
das Kommando merkte nicht
wie die kleine Lilith sich zur Hinterture davonschlich...
[Lilith:]
Ich tanze bis zum Morgengrauen
Ich tanze bis zum Morgengrauen...
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9. Die Zartlichkeit Der Verdammten - Willkommen Bei Den Peingebrecks
[Samuel:]
32 aufgespießte Katzen unterm Baum,
vom Tod als auch vom Leben
bis aufs Mark und Bein betrogen
und durch ein TV-Gerat gezogen.
Jetzt kann mir nur einer helfen,
der weltgroßte Kinderschreck
Bartholomaus Peingebreck.
[Bartholomaus:]
Seit meine Frau im Rollstuhl sitzt
hab ich sehr wenig Zeit dafur
mich der Paranormalitat bis ins Detail zu widmen.
Die schwarze Wissenschaft ist wie ein reifes, stolzes Madchen,
hast du sie dann zahme sie, wenn nicht wird sie zum Grabchen.
[Samuel:]
Ich brauche deine Hilfe
mein drittes Auge ist erwacht.
Ich habe dir zur Belohnung
einen Sack voller Katzchen mitgebracht.
[Bartholomaus:]
Na gut, willkommen bei den Peingebrecks.
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus
Wie geht es dir?
Bartholomaus
Mir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts mir schlecht!
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus
Wie geht es mir?
Bartholomaus
Dir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts dir schlecht!
[Samuel:]
Gegen mich und mein Liebchen
hat sich die ganze Genesis verschworen
und uns zu den von der Holle abgesandten
Maria und Joseph des 21ten Jahrhundertes auserkoren.
[Bartholomaus:]
Da kann dir niemand helfen,
dir wird vielmehr niemand helfen woll'n,
wer sich mit Seinesgleichen anlegt
wird es mit dem Leben zoll'n.
Die Wunderwaffe gegen die Verdammten,
die kennt keiner.
[Samuel:]
Auch nicht der miese Kinderschreck
Bartholomaus Scarabaus Peingebreck
[Batholomaus:]
Nein!
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus
Wie geht es dir?
Bartholomaus
Mir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts mir schlecht!
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus
Wie geht es mir?
Bartholomaus
Dir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts dir schlecht!
[Samuel:]
25 abgelaufne Jahre und ein Traum
die meiste Zeit verschlief ich
in Gespinste eingewoben
die den Blickwinkel verschoben
nichts und niemand kann mir helfen
auch nicht der verhaßte Kinderschreck
Bartholomaus Peingebreck.
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus Die
Wie geht es dir?
Bartholomaus
Mir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts mir schlecht!
Bartholomaus
Herr Peingebreck
Bartholomaus
Wie geht es mir?
Bartholomaus
Dir geht es schlecht.
Bartholomaus
Schlecht?
Bartholomaus
Naturlich gehts dir schlecht!
[Bartholomaus:]
und jetzt raus hier, raus ... RAUS!
* BACK TO TOP *
10. Der Fahrmann - Nur Ein Einziger Gefallen Noch
[Samuel:]
Nur ein einziger Gefallen noch
Um mehr will ich nicht bitten:
Bringe mich an den Ort der
Am weitesten von ihr entfernt liegt,
Dort wo Gutes in der Schicksalsschale
Boses nicht mehr aufwiegt.
Schaffe meine Liebe fort,
Dein Boot ist auf dem Sturm geritten.
[Der Fahrmann:]
Diesen Ort, du kennst ihn doch?
Entfernter noch als er von ihr
Durch den rastlosen Ozean der
Unhaltbaren Zeit treibt,
Liegt dieser Ort, bei meiner Seel'
Am weitesten entfernt von Dir.
[Samuel:]
Die Folgen waren stets egal,
An Faden hat man keine Wahl
Eins: Ich habe sie gesehen
Zwei: Schon blieb der Zeiger stehen
Drei: Aus zweien auferstanden
Vier: die Wande die uns banden
Funf: Der Stern schreibt in die Seele
Sechs: Bei Nacht erstrahlt die Stehle
Sieben: Diese Zahl hat mir gedeutet,
Was sie fur die Welt bedeutet
[Der Chor der toten Namen:]
Am Anfang, am Ende,
Bis vor den Throne Gottes.
[Samuel:]
Fahrmann, bitte sage mir:
Kennst du den Weg zuruck zu ihr?
Fuhrt er mich in das Leben
Oder fließt er in den Tod?
Ich will lieber aufrecht brennen
Denn als Untoter, als leerer Name
Durch unzahl'ger Stadte Straßen
Von mir auf der Flucht zu rennen!
[Der Fahrmann:]
Nichts wird Dir die Last abnehmen,
Du hast sie als der zu tragen,
Der Du bist, Du hast Dich auf der
Weltenbuhne zu verbeugen.
Dies ist deine Rolle, und Du
Kennst die Antwort auf die Fragen,
Denn die SChlage deines Herzens
Sind es, die von Leben zeugen.
[Der Chor der toten Namen:]
Du weißt, dass du Leben musst.
[Samuel:]
Selbst als ich sterben wollte...
[Der Chor der toten Namen:]
Hast du immer um des Lebensfunkens
Glimmen in Dir selbst gewusst.
[Samuel:]
Dies ist meine Rolle...
[Der Chor der toten Namen:]
Und Du spielst sie bis zu dem Tag, an dem
Du erkennst, dass Du in Wahrheit
Niemals eine Rolle spieltest.
[Samuel:]
Schneidet mir die Faden ab!
Wo steht der Plan geschrieben
Der mir alles nahm und alles gab?
[Der Chor der toten Namen:]
Nirgends, denn in Wirklichkeit
Gibt's weder ihn noch Faden.
[Samuel:]
Und die Absicht die mein SChopfer hegt?
[Der Chor der toten Namen:]
Wurde Gott nicht an Dich glauben,
Hatte er Dir dies nicht auferlegt.
[Die Fee im Fernseher:]
Eins: Der Narr entsteigt der Karte.
Zwei: Der Narr wird zum Gehangten.
Drei: Er stirbt als Eremit.
Vier: Die Zahl des toten Jahres.
Funf: Ist des Ratsels Losung
Sechs: Das letzte Siegel bricht.
Sieben: finde jetzt die Antwort,
Warum fliegen Motten stets ins Licht?
[Der Chor der toten Namen:]
Warum nur, warum nur
Fliegen Motten immer wieder...
[Der Fahrmann:]
Wir sind am and'ren Ufer angelangt.
Hinter den Baumen krank und hager,
Steht das Embryovernichtungslager.
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11. Im Embryovernichtungslager - Letztlich Bleibt Uns Nur Die Holle
[Samuel:]
Gram und Stolz und Zuversicht:
Die Krafte, die die Wege ebnen,
Halten was die Nacht verspricht...
[Lilith:]
Daß wir uns hier erneut begegnen.
[Die Armee der Verdammten:]
Wir drehen uns im Teufelskreis,
Aus weiß wird schwarz, aus schwarz wird weiß,
Hinter den Baumen, krank und hager,
Im Embryovernichtungslager.
Wir tanzen Euren Totentanz,
Und alles, was einstmals verbarg
Legt nun die letzte Wahrheit brach:
Am Ende bleibt Euch nur die Holle.
[Schaffner:]
Verehrte Fahrgaste, wir begrußen Sie recht herzlich im Schnellzug
ins Embryovernichtungslager. Unser nachster planmaßiger Halt ist Nibelheim.
[Die Armee der Verdammten:]
Scharlachroter Kindersarg,
An Deinen Wanden, holzern, karg,
Zerbrechen im Takt der Glockenschlagel
Die weichen Kinderfingernagel.
[Samuel:]
Ist dies das Ende
Des Alptraums der mein Leben ist?
[Lilith:]
Die Saat, die in mir lebt,
Sich unter meinem Herzen hebt.
Die Armee der Verdammten:
Von der Decke hangen
Aufgereiht an Haken Embryonen
Ihre Rufe uberdauern
Euer Leben, gar Aonen.
[Schaffner:]
Verehrte Reisende, bitte beachten Sie: wegen einer Zuguberholung
verzogert sich unsere Weiterfahrt um sieben Minuten.
Ich wiederhole: um sieben Minuten.
[Maximilian:]
Alle sind versammelt
Um den neuen Gott zu preisen,
Um das Kindlein aus dem Mutterleib
Mit Engelsklauen, Schicksalsatem, Feuerwind zu reißen.
[Aleksandar:]
Jede Brucke ist verbrannt
Und jede Umkehr ausgeschlossen,
Tausend Wege, eine Richtung:
[Beide:]
In das Licht das Euch verzehrt,
Die Freiheit nimmt und Gottes Willen lehrt!
[Der Chor der toten Namen:]
Tragst Du einen Traum nur,
Tragst Du jeden Traum zu Grabe.
All die Angste, all die Bilder
Sind kein Fluch, sie sind die Gabe
Mit der Engel Dich beschenken,
Wenn sie Dich bei der Geburt beruhren,
Mit der sie Dein Leben lenken,
Dich heimlich auf ihren Wegen fuhren.
[Alistair:]
Alle wollen nur die eine,
Alle wollen nur das Kind...
[Gregorius:]
Das uber Recht und Unrecht
Und den Fortbestand der Welt bestimmt.
[Alistair:]
Das, wenn es erst herangewachsen
Und zu voller Kraft gelangt ist,
Sich mit seinem Schopfer mißt...
[Gregorius:]
...und eine neue Flagge hißt.
[Eva:]
Hangt die Schlampe hoher!
Hangt sie zu den andern
Mißgeburten deren Seelen
Dort unter der Decke wandern.
Hangt die Schlampe hoher,
Schlitzt die Fotze vorher auf,
Und reißt ihr den verfluchten Balg
Mitsamt dem Uterus heraus!
[Der Chor der toten Namen:]
Tragt sie dieses eine,
Tragt sie jedes Kind zu Grabe:
Dann verleugnet sie die Herkunft,
Dann entsagt sie ihrer Gabe.
Selbst wenn sie kurz den Alptraum stillt,
Ob sie will oder nicht:
Sie entkommt niemals dem Morgengrauen
Und der Stimme Gottes, die in ihr spricht.
[Erzahler:]
Vorbei an all den Truggestalten,
Entlang kupferbrauner, alter
Wande grabt sich ein Nachtfalter
Seine Flugbahn, nicht zu halten
Strebt er nach der Ture hin
Durch deren Spalt gleißendes Licht
Wie Blut aus offenen Wunden bricht
Und schwindet dann ganzlich darin.
Samuel und Lilith
Folgen eilig seinem Locken
Und bestaunen jenes Schauspiel,
Das fur sie der langen Reise Ziel
Bedeutet: wie Silberschneeflocken
Gleiten aberabertausend Motten
Durch das Lichter der Halle
Wehmutig dahin.
Die unscheinbar gefarbten Flugel,
Aufbrausend und ungestum,
Umfliegen sorglos, sogar kuhn,
Erhaben uber jedes Zweifels Zugel
Einen Sprengkorper,
Viel hoher noch als jeder Turm:
Mit großen Augen sehen sie
Die Traumtotungsmaschinerie.
[Lilith:]
Sie sind uns auf den Fersen, dicht,
Ich hor' schon ihre Stimmen.
[Samuel:]
Uns bleibt nichts and'res ubrig,
Als die Bombe zu erklimmen.
Ich weiß nicht, was passieren wird:
Hor' ich in mich hinein,
Scheint dies fur einen von uns beiden
Jetzt der letzte Weg zu sein.
[Lilith:]
Du weißt viel uber Menschen,
Doch Du weißt nichts uber mich:
Sieh' unter Dich, begreife,
Daß der Zeitpunkt ab dem ich
Nicht mehr nur ich selbst war...
[Samuel:]
Weit fruher liegt als ich glaube?
Was heißt...
[Lilith:]
Das heißt, daß ich uns beiden
Noch heute Nacht das Letzte raube.
[Die Armee der Verdammten:]
Husch, husch, kleines Madchen,
Dreh' an der Uhren Radchen
So schnell Du kannst die Zeit zuruck,
Sonst bringt die letzte Nacht kein Gluck.
[Samuel:]
Ist dies das Ende
Des Alptraums, der mein Leben ist?
[Lilith:]
Die Folgen sind mir jetzt egal,
Denn Faden lassen eine Wahl:
Ich lose ihre Knoten auf
Und lasse Dich im Lichte stehen.
Manche Dinge kann man eben
Selbst mit Liebe nicht erkampfen.
Folge nicht des Herzens Lauf
Und liebst Du mich, laßt Du mich gehen.
[Samuel:]
Ich traf Dich zweimal im Leben,
Nichts wird mehr den Aufprall dampfen,
Denn am Ende bliebt uns nichts
Als tiefer Holle Einsamkeit,
Die uns zerstort, uns auffrißt
Und mich bis in alle Ewigkeit
Daran erinnern wurde, was
Ich diese Nacht verloren habe.
Ich vertraue meiner Herkunft,
Und ich glaube meiner Gabe:
Die Hoffnung stirbt zuletzt,
Vor ihr verendet meine Zukunft.
Mein Herz ist ein schwarzer Klumpen,
Meine Seele, sie ist wund,
So will ich, daß Du den Alptraum in mir
Ein fur alle Male stillst:
Steck' sie mir in den Mund.
[Lilith:]
Wie Du willst.
[Samuel:]
Bitte...
[Der Chor der toten Namen:]
Tragst Du nur die Liebe,
Tragst Du alle Welt zu Grabe.
All die Hoffnung, all die Sehnsucht
Ist kein Fluch, sie ist die Gabe
Mit der Engel Dich beschenken
Wenn sie Dich bei der Geburt beruhren,
Mit der sie Dein Leben lenken,
Vom Anfang an's Ende fuhr'n,
Und an des Endes Anfang
Schwebt fernab von Zeit und Raum
Zwischen Licht und Dunkelheit
Erneut ein allerletzter Traum.
Der die Zeit zum nachsten Ende wiegt,
Die Leere fullt, die Angst besiegt
Und aus verlor'ner Zauberkraft
Sich immer wieder selbst erschafft.
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12. Tineoidea
Und tief in meinem Herzen
Herrscht Ruhe vor dem Sturm.
Liliths Kuß brennt heiß auf meiner Haut.
Der Salzprinz ist verloren,
Das Aufgebot bestellt:
Ein Wunsch...ein Traum...vergebens ?
Weiß ich, wann der Vorhang fallt ?
Horst Du, wie die Vogel schrei'n ?
Sie sagen Dir: „Ich komm' nicht wieder !"
Warum fliegen Motten stets ins Licht ?
Auf dem Bildschirm deutet mir
Die Fee den Weg zuruck zu ihr,
Denn alles ist gesagt, doch nicht getan.
Am Rande eines Abgrunds
Wird bald der Sprung zur Pflicht.
„Aleksandar, Du entkommst mir nicht !"
Was bringt uns all das Zweifeln,
Die Weichen sind gestellt:
Vergeben...doch nicht vergessen ?
Was ist, wenn der Vorhang fallt ?
Horst Du, wie die Vogel schrei'n ?
Sie sagen Dir: „Ich komm' nie wieder !"
Warum fliegen Motten stets ins Licht ?
Auf dem Bildschirm deutet mir
Die Fee den Weg zuruck zu ihr,
Denn alles ist gesagt, doch nicht getan.
Von der Wiege bis zur Bare,
Drei Sekunden, sieben Jahre:
Warum fliegen Motten stets ins Licht ?
Was ist, wenn die Stunde schlagt,
Man noch ein Wort zusammenzahlt:
Wenn alles ist gesagt und auch getan ?
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